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10
Aug

Hersteller bieten Abwrackprämie für alte Diesel an

Im Zuge des Skandals um dreckige Dieselmotoren bieten verschiedene Hersteller nun Rabatte für umweltfreundlichere Autos an. Der VW-Konzern verspricht für alte Dieselautos der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 4 gar eine Abwrackprämie von bis zu 10.000 Euro. Der befristete Preisnachlass ist dabei gestaffelt. Entscheidet sich der Käufer für einen neuen VW Touareg so wird ein Nachlass von 10.000 Euro gewährt, beim Kauf eines neuen Polo sind es hingegen nur noch 3000 Euro. Ob es sich bei dem Neuwagen dann wieder um einen Diesel handelt, ist für die Prämie unerheblich. Zudem bieten die Wolfsburger noch mit einer „Zukunftsprämie“ von bis zu 2380 Euro, sollte die Wahl auf einen Vollstromer fallen.

Auch andere Hersteller locken mit Abwrackprämien. Daimler bietet eine Prämie von 2000 Euro alleinig für Mercedes-Alt-Diesel. Der Hersteller BMW gewährt mit ebenfalls 2000 Euro die gleiche Summe ohne Ansehen der in Zahlung gegebenen Marke. Und weitere Automobilhersteller wie Ford oder Toyota haben ihre Prämienprogramme, welche schon vorher angelaufen waren, mit einer Diesel-Komponente ausgedehnt.

Doch nicht für jeden Fahrer eines alten Diesels bieten die Abwrackprämien der Hersteller tatsächlich konkrete Kaufanreize. „Eine Kaufprämie, die nur einen Bruchteil des Preises für ein neues Fahrzeug ausmacht, führt doch nicht zum Neukauf und ist damit völlig absurd“, gibt Gregor Kolbe, Mobilitätsexperte vom Bundesverband der Verbraucherzentralen, zu bedenken. Die rund 6,4 Millionen Besitzer alter Diesel müssten ohnehin gerade über die Anschaffung eines Neuwagens nachdenken. Allerdings könnte eine Prämie von 5000 Euro für einen VW Golf oder 8000 Euro für einen VW Passat durchaus attraktiv sein, da diese Summen bereits ein Viertel des Listenpreises ausmachen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen rät Kunden daher, Angebote genau zu prüfen und diese auch zu vergleichen.

Es ist möglich, dass die Händler versuchen könnten, bisherige Rabatte zurückzufahren und sich auf die von den Herstellern gewährten Prämien fokussieren. Da der Händler schlussendlich immer die Preishoheit habe, wie VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann erklärt, muss jeder Käufer für sich selbst sehen, ob über die Prämien hinaus noch Verhandlungsspielraum besteht. Die vom Staat und den Herstellern gemeinsam getragene „Umweltprämie“ für qualifizierte Elektroautos bleibt allerdings unangetastet. Bis zu 4000 Euro können Käufer hier gewährt werden.

Der Verein Deutsche Umwelthilfe (DUH) will nach Aussagen ihres Chefs Jürgen Resch den Klageweg weiter verfolgen. Resch geht davon aus, dass in Stuttgart und München bereits im nächsten Jahr Fahrverbote verhängt werden könnten. Bis dahin wird auch das Bundesverwaltungsgericht darüber entscheiden, ob eine Kommune gar ein solches Verbot verhängen darf.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagt, ein neuer, sauberer Diesel sei keine Garantie dafür, nicht auch von einem Fahrverbot betroffen zu sein. Laut Messungen des DUH stoßen auch aktuelle Euro-6-Diesel im realen Betrieb deutlich mehr an gesundheitsschädlichen Stickoxiden aus, als in der EU erlaubt sind. Und diese Diesel sollen, sofern es sich um Modelle deutscher Hersteller handelt, wie die Euro-5-Diesel alleinig mit einem Software-Update etwas sauberer gemacht werden.

Auch der Nutzen der Abwrackprämie für die Umwelt ist kritisch zu hinterfragen, da die Kaufentscheidungen der Kunden relevant sind. Sollten die dreckigen Diesel durch saubere Neuwagen ersetzt werden, wird die Belastung durch Stickoxide und CO2 tatsächlich sinken. Doch dass VW ausgerechnet für das größte Modell die höchste Prämie von 10.000 Euro anbietet, findet Autoexperte Stefan Bratzel wenig hilfreich. Positiv ist hingegen die „Zukunftsprämie“ für Elektro-, Hybrid- und Gasfahrzeuge zu sehen, die eine wirkliche Umwelt-Komponente aufweisen. Allerdings muss bei der Rechnung auch der Energieaufwand miteinbezogen werden, der durch die Produktion der noch fahrbereiten Diesel einmal angefallen ist und welche nun vorzeitig abgewrackt werden.

Autoexperte Bratzel sieht bei der Abwrackprämie zudem einen Nutzen für die Industrie. Er glaubt, dass VW sicherlich eine bessere Auslastung seiner Werke erreichen werde. An eine „Renaissance“ des Diesels glaubt er hingegen nicht. Dafür seien die Unwägbarkeiten rund um das Thema Fahrverbote zu groß und die bisher eingeleiteten Maßnahmen nicht weitreichend genug. Und erst mit der Zeit wird ersichtlich sein, wie sich die Verschrottung tausender Alt-Diesel auf die Restwerte von Diesel-Gebrauchtwagen auswirken wird.

Unsere Experten auf diesem Gebiet bieten Ihnen auf Ihren Veranstaltungen spannende Einblicke in die Automobilindustrie, Umweltpolitik und ökologische Aspekte.

Prominente Experten und zukunftsorientierte Redner:

Prof. Ferdinand Dudenhöffer
Experte für Entwicklungen und Trends in der Automobilwirtschaft

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker
Umweltpolitiker und renommierter Naturwissenschaftler

Louis Palmer
Schweizer Abenteurer und Erfinder des Solartaxis

Timo Leukefeld
Energie- und Zukunftsexperte – Unternehmer & Autor

Quelle: Handelsblatt.de

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