Bernd Raffelhüschen im Interview mit dem „ZDF-Mittagsmagazin“
Der renommierte Finanz- und Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen war zu Gast im „ZDF-Mittagsmagazin“ und sprach mit Moderatorin Mirjam Meinhardt über die von der Bundesregierung geplanten Änderungen bei der Krankschreibung. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die künftig vorgesehenen strengeren Regelungen zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU).
Nach den Plänen der Bundesregierung soll eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag verpflichtend vorgelegt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung wieder abzuschaffen. Bernd Raffelhüschen begrüßt diese Maßnahmen ausdrücklich. Seiner Ansicht nach tragen sie dazu bei, Fehlanreize zu reduzieren und den Umgang mit Krankmeldungen transparenter und verlässlicher zu gestalten.
Im Interview betonte Raffelhüschen: „Im Grundsatz haben wir in Deutschland das Problem, dass wir extrem viele, kurze Krankschreibungen haben, sehr viel mehr, als in fast allen Ländern der Welt“. Aus seiner Sicht sei es daher sinnvoll, die bestehenden Regelungen zu überprüfen und anzupassen, um sowohl die Funktionsfähigkeit des Arbeitsmarktes als auch die Belastbarkeit der sozialen Sicherungssysteme langfristig zu stärken.
Bernd Raffelhüschen ist Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit vielen Jahren zählt er zu den bekanntesten deutschen Ökonomen auf den Gebieten Sozialpolitik, Renten-, Gesundheits- und Finanzpolitik. Mit seinen wissenschaftlichen Analysen und öffentlichen Stellungnahmen prägt er regelmäßig die gesellschaftliche Debatte über die Zukunft des Sozialstaates.
Besonders im Zusammenhang mit der Reform des deutschen Rentensystems vertritt Raffelhüschen häufig klare und kontroverse Positionen. Im Mittelpunkt seiner Forschung stehen die demografischen Veränderungen in Deutschland sowie deren Auswirkungen auf die langfristige Finanzierbarkeit der sozialen Sicherungssysteme. Dabei zeigt er auf, welche Herausforderungen der demografische Wandel für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung mit sich bringt und welche Reformen aus seiner Sicht notwendig sind, um diese Systeme generationengerecht und nachhaltig zu gestalten.

