Carlo Masala im Interview mit den „Tagesthemen“
Der Militärexperte Carlo Masala äußerte sich in einem Interview mit den „Tagesthemen“ zur angespannten Lage rund um die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sowie zur Kritik von US-Präsident Donald Trump an den NATO-Partnern. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere Trumps Forderung nach einer stärkeren Beteiligung europäischer Staaten an der Sicherung der strategisch äußerst wichtigen Straße von Hormus. Diese Meerenge zählt zu den bedeutendsten maritimen Handelsrouten der Welt, über die ein großer Teil des globalen Öltransports abgewickelt wird – entsprechend sensibel ist die militärische Lage dort.
Masala betonte, dass der wachsende politische Druck aus Washington die NATO-Partner zunehmend vor schwierige Entscheidungen stelle. Eine Beteiligung an einer solchen Mission sei keineswegs nur eine Beobachtungs- oder Schutzoperation, sondern könne schnell den Charakter eines Kampfeinsatzes annehmen. Die Straße von Hormus sei militärisch ein gefährliches Nadelöhr, in dem bereits kleinere Zwischenfälle rasch eskalieren könnten.
Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers, der als Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München tätig ist, müsse bei einer möglichen Beteiligung europäischer Staaten stets einkalkuliert werden, dass sich die Lage kurzfristig zuspitzen könne. „Eine solche Mission würde bedeuten, man müsste immer mitkalkulieren, dass gegebenenfalls am Ende des Tages man kämpfen müsste“, erklärte Masala. Damit machte er deutlich, dass ein Einsatz in dieser Region nicht nur politische Symbolwirkung hätte, sondern auch erhebliche militärische Risiken mit sich bringen würde.

