Carlo Masala zu Gast bei „Maybrit Illner“
Der Politikwissenschaftler Carlo Masala war zu Gast in der Talksendung „Maybrit Illner“ und diskutierte dort gemeinsam mit weiteren Gästen – unter anderem dem ehemaligen Vizekanzler Sigmar Gabriel – über die aktuellen Entwicklungen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Im Zentrum der Debatte stand die Frage, welche politischen und militärischen Ziele Donald Trump bislang erreicht hat und warum er erneut deutlichen Druck auf die europäischen NATO-Partner ausübt.
Trump fordert von den europäischen Bündnisstaaten eine stärkere militärische Beteiligung an der Sicherung der strategisch äußerst wichtigen Straße von Hormus. Diese Meerenge gilt als eine der sensibelsten maritimen Schlüsselrouten weltweit, da ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels über sie abgewickelt wird. Entsprechend groß ist ihre Bedeutung für die internationale Energieversorgung und die Stabilität der Weltwirtschaft. Gleichzeitig ist sie jedoch auch ein militärisch hochriskantes Einsatzgebiet.
Carlo Masala betonte in der Sendung, dass derzeit noch unklar sei, wie eine konkrete Mission überhaupt aussehen könnte und welche Aufgaben die europäischen Staaten übernehmen sollten. Gerade deshalb sei eine vorschnelle Festlegung auf eine militärische Beteiligung problematisch. „Es ist momentan ja noch gar nicht klar, was da überhaupt passieren soll“, erklärte der Sicherheitsexperte und Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München.
Zugleich machte Masala deutlich, dass ein Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus schnell über eine reine Schutz- oder Beobachtungsmission hinausgehen könnte. Sollte die freie Durchfahrt durch die Meerenge gefährdet sein, müssten eingesetzte Kräfte damit rechnen, unter Beschuss zu geraten – etwa durch iranische Einheiten oder verbündete Milizen. In einem solchen Szenario wäre eine militärische Gegenreaktion wahrscheinlich, wodurch sich der Einsatz rasch zu einer kriegerischen Mission entwickeln könnte.

