Clemens Fuest im Interview mit dem „ZDF-Mittagsmagazin“
Clemens Fuest, einer der renommiertesten deutschen Finanz- und Wirtschaftswissenschaftler, äußerte sich in einem Interview mit dem „ZDF-Mittagsmagazin“ kritisch zum Auslaufen des Tankrabatts. Nach seiner Einschätzung war die Maßnahme insgesamt wenig sinnvoll, da sie nicht gezielt diejenigen unterstützte, die besonders stark unter den steigenden Energiepreisen leiden. Stattdessen profitierten auch Haushalte mit hohen Einkommen gleichermaßen von der Entlastung, wodurch die gewünschte soziale Treffsicherheit verloren ging.
Darüber hinaus wies Fuest darauf hin, dass die Wirkung des Tankrabatts bereits während seiner Laufzeit eingeschränkt gewesen sei. Tankstellen hätten ihre Preise teilweise erhöht, sodass die staatliche Entlastung nicht vollständig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen sei. „Schon jetzt wird nur noch ein Teil des Tankrabatts weitergegeben“, erklärte Fuest und verdeutlichte damit seine Kritik an der praktischen Umsetzung der Maßnahme. Aus seiner Sicht wären zielgerichtetere Unterstützungsinstrumente, insbesondere für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen, deutlich wirksamer gewesen.
Clemens Fuest zählt zu den einflussreichsten Ökonomen Deutschlands. Seit dem 1. März 2016 ist er Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in München. Darüber hinaus lehrt er als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist Direktor des Centers for Economic Studies (CES). Durch seine langjährige Mitarbeit in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten, Kommissionen und politischen Gremien verfügt er über umfangreiche Erfahrung in der wirtschaftspolitischen Beratung. Seine Analysen und Stellungnahmen finden sowohl in der Wissenschaft als auch in der öffentlichen und politischen Debatte große Beachtung.

