Daniel Gerlach im Interview mit dem „Handelsblatt“
Daniel Gerlach, Spezialist für den Nahen Osten, Nordafrika und die muslimische Welt, sprach im Interview mit dem „Handelsblatt“ über seine aktuelle Publikation „Die Kunst des Friedens: Eine andere Geschichte des Nahen Ostens – Deals, Friedensverhandlungen & Geheimdiplomatie“, mit der er aktuell auf Lesetour in Deutschland ist.
Im Gespräch beleuchtete Gerlach insbesondere die komplexen Wechselwirkungen zwischen militärischen Konflikten, politischem Kalkül und diplomatischen Prozessen. Ein Schwerpunkt lag auf der Rolle internationaler Akteure, darunter die USA und Israel, insbesondere im Kontext des Iran-Konflikts. Dabei ordnete er verschiedene historische Entwicklungen ein und zeigte auf, wie sich Machtinteressen und Verhandlungsstrategien über Jahrzehnte hinweg gegenseitig beeinflusst haben.
Auch der israelisch-palästinensische Konflikt wurde thematisiert, den Gerlach als ein zentrales Beispiel für die lange Dauer und Vielschichtigkeit regionaler Auseinandersetzungen beschreibt. Gerlach betonte die strategische Logik hinter Friedensbemühungen in der Geschichte: „Dieses Narrativ, dass Krieg realistisch ist und Diplomatie naiv und spekulativ, trägt nicht. Wenn wir uns die Geschichte anschauen, stellen wir fest, dass diejenigen, die Frieden und Diplomatie vorangetrieben haben, das meist nicht aus pazifistischer Grundeinstellung getan haben – sondern aus strategischem Interesse“, so Gerlach.
Daniel Gerlach ist Chefredakteur des Magazins zenith und Direktor der Candid Foundation in Berlin, wo er selbst Projekte zu Mediation und Konfliktlösung im Nahen Osten leitet.

