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8
Mai

Finnland hat Experiment zum bedingungslosen Grundeinkommen evaluiert

In den Jahren 2017 und 2018 zahlte der finnische Staat an 2000 zufällig ausgewählte Arbeitslose im Alter von 25 und 58 Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen. Jeden Monat bekamen die Teilnehmer Geld in Höhe von 560 Euro überwiesen – ohne irgendeine Forderung. Fand einer der Teilnehmer während der zwei Jahren einen Job, liefen die Zahlungen dennoch weiter. Die Finnen wollten mit diesem Experiment herausfinden, inwieweit sich das bedingungslose Grundeinkommen – im Gegensatz zur traditionellen Arbeitslosenhilfe – auf die Motivation auswirkt, einen Job zu ergreifen. Jetzt hat die Sozialversicherungsbehörde Kela ihren Abschlussbericht vorgestellt.

Sowohl Gegner als auch Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens dürften sich bestätigt sehen. Die Projektauswertung zeigt, dass 18 Prozent der Teilnehmer innerhalb des ersten Jahres einen Job ergriffen. In der Kontrollgruppe, die kein bedingungsloses Grundeinkommen bekam, war es etwa dieselbe Zahl. Zwar arbeiteten im zweiten Jahr des Experiments bereits 27 Prozent der Grundeinkommensbezieher, dies machte im Vergleich zur Kontrollgruppe aber nur ein Plus von zwei Prozentpunkten aus. Die Finnen schließen daraus, dass die Probleme bei der Arbeitssuche daher nicht mit der Bürokratie oder finanziellen Anreizen zusammenhängen.

Das Experiment, für das der finnische Staat 20 Millionen Euro in die Hand nahm, gilt ökonomisch also als gescheitert. Andererseits konnten eine Reihe von positiven Effekten ausgemacht werden, die sich nicht so einfach in Geld aufwiegen lassen.

Teilnehmer berichteten, dass sie mit ihrem Leben zufriedener waren und weniger unter psychischer Belastung, Depressionen, Traurigkeit und Einsamkeit litten. Diese psychologische Seite heben auch Befürworter des bedingungslosem Grundeinkommens hervor. So sagte Michael Bohmeyer vom Berliner Verein “MeinGrundeinkommen”, der aus Spenden generierte Grundeinkommen verlost, gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Stern“: „Wir merken bei unserem Experiment, dass das Grundeinkommen vor allem bei denen wirkt, die es rein rechnerisch überhaupt nicht brauchen, die aber trotzdem die ganze Zeit eine Existenzangst mit sich rumtragen.“

Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, dürfte der Ruf nach einem bedingungslosem Grundeinkommen wieder lauter, da viele Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht sind und sich um ihre Existenz sorgen. Finnland wird wohl erst einmal kein bedingungsloses Grundeinkommen einführen. Als Arbeitsmarktinstrument hat es schlicht nicht überzeugt. Stattdessen hat Finnland angekündigt, das System der sozialen Sicherung vereinfachen zu wollen.

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Interessante und vielseitige Redner:

Gerd Gigerenzer
Psychologe und Risikoforscher

Markus Gabriel
Jüngster Philosophieprofessor Deutschlands

Quellen: www.tagesschau.de und www.stern.de

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