Moritz Schularick im Interview mit dem „heute-journal“
Wie kann Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit stärken – und gleichzeitig sicherstellen, dass die dafür bereitgestellten Milliarden auch in die richtigen Technologien fließen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Ökonom Moritz Schularick im Interview mit dem „heute-journal“.
Der Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sieht bei den deutschen Rüstungsinvestitionen deutlichen Handlungsbedarf. Aus seiner Sicht fließt noch immer ein zu großer Teil der Verteidigungsausgaben in klassische und teilweise veraltete Waffensysteme. Schularick fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel: Deutschland müsse stärker in künstliche Intelligenz, Drohnen, Robotik und andere Zukunftstechnologien investieren. Seiner Einschätzung nach werden rund 90 Prozent der Mittel weiterhin für bestehende Systeme ausgegeben – dabei entscheidet sich die militärische Leistungsfähigkeit der Zukunft zunehmend an technologischer Innovationskraft.
Für Schularick geht es dabei nicht allein um die Höhe der Verteidigungsausgaben, sondern vor allem um deren strategischen Einsatz. Die zentrale Frage lautet: Wie muss Deutschland heute investieren, um auch morgen technologisch und wirtschaftlich handlungsfähig zu sein? Gerade an der Schnittstelle von Ökonomie, Geopolitik und Sicherheitspolitik bringt Schularick eine Perspektive ein, die wirtschaftliche Entwicklungen in einen größeren internationalen Zusammenhang stellt.
Seit Juni 2023 ist Moritz Schularick Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Kiel sowie an der Sciences Po in Paris. Zuvor war er Professor für Makroökonomie an der Universität Bonn und Direktor des dortigen MacroFinance Labs.
Als Redner verbindet Moritz Schularick wirtschaftswissenschaftliche Expertise mit einem klaren Blick auf die großen geopolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Er spricht unter anderem über die Zukunft der deutschen Wirtschaft, Europas Rolle in einer sich verändernden Weltordnung, geopolitische Risiken, die Transformation der Wirtschaft und die Frage, wie Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit und Handlungsfähigkeit langfristig sichern kann.

