Moritz Schularick zu Gast bei „Maybrit Illner“
Moritz Schularick, seit Juni 2023 Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Sciences Po in Paris, war zu Gast in der politischen Talksendung „Maybrit Illner“. Dort diskutierte er gemeinsam mit weiteren Gästen, unter anderem mit Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, über die aktuelle Energiekrise und deren wirtschaftliche Folgen für Deutschland. Im Mittelpunkt der Sendung stand die Frage, ob die Bundesregierung das Ausmaß der Öl- und Energiekrise unterschätzt hat und welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen nun erforderlich sind, um Haushalte und Unternehmen wirksam zu entlasten.
Schularick äußerte sich kritisch zu kurzfristigen Entlastungsmaßnahmen wie der Senkung der Benzinpreise und plädierte stattdessen für strukturell wirksamere Schritte. „Statt das Benzin billiger zu machen, hätte man sagen können, man senkt die Stromsteuer oder schafft sie ganz ab für alle, dann hat man nämlich zwei Fliegen mit einer Klappe“, erklärte der Ökonom. Eine solche Maßnahme könne sowohl private Haushalte als auch Unternehmen entlasten und zugleich Anreize für eine effizientere Energienutzung setzen.
Als einer der führenden deutschen Ökonomen beschäftigt sich Schularick in seiner Forschung insbesondere mit Finanzmärkten und Vermögenspreisen, Fragen der monetären Makroökonomie sowie den Ursachen von Finanzkrisen und ökonomischer Ungleichheit. Seine Einschätzungen zur Energiepolitik ordnet er regelmäßig in einen größeren wirtschaftlichen Zusammenhang ein und betont dabei die Bedeutung langfristig tragfähiger Reformen gegenüber kurzfristigen Einzelmaßnahmen.

