Ulrike Malmendier im Interview mit „WISO“: Reform der Altersvorsorge und Abschied von der Riester-Rente
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Malmendier, ehemals Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“), äußerte sich in einem Interview mit der ZDF-Magazinsendung „WISO“ zur geplanten Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Dabei ging sie auf die Ablösung der Riester-Rente ein, die nach mehr als zwei Jahrzehnten Förderpraxis ab dem Jahr 2027 durch ein neues Modell ersetzt werden soll: das sogenannte Altersvorsorgedepot.
Mit dieser Reform verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die private Altersvorsorge einfacher, transparenter und renditestärker zu gestalten. Anders als die klassische Riester-Rente soll das Altersvorsorgedepot stärker auf kapitalmarktorientierte Anlageformen setzen und damit langfristig höhere Ertragschancen ermöglichen. Gleichzeitig soll es breiteren Bevölkerungsschichten den Zugang zu staatlich geförderter Vorsorge erleichtern.
Malmendier betonte im Interview die Bedeutung langfristiger Anlagestrategien für den Vermögensaufbau im Alter. In diesem Zusammenhang verwies sie auf eine zentrale Grundregel der Kapitalanlage: „Wie die Finanzberater so gerne sagen, es geht um time in the market, not timing the market.“ Entscheidend sei also nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt, sondern eine möglichst frühe und kontinuierliche Beteiligung am Kapitalmarkt über einen langen Zeitraum hinweg.
Gerade für jüngere Generationen könne ein kapitalmarktnahes Vorsorgemodell daher erhebliche Vorteile bieten. Voraussetzung sei jedoch eine verständliche Ausgestaltung der Förderung sowie ausreichend Vertrauen in die langfristige Stabilität der Rahmenbedingungen. Nur so könne die Reform dazu beitragen, die private Altersvorsorge in Deutschland nachhaltig zu stärken und an die veränderten wirtschaftlichen Realitäten anzupassen.

