Umweltökonomin Claudia Kemfert zu Gast bei „Markus Lanz“
Die renommierte Umweltökonomin Claudia Kemfert war zu Gast in der Talkshow „Markus Lanz“, wo sie gemeinsam mit weiteren Gästen – darunter der Ökonom Moritz Schularick – über die aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen Deutschlands diskutierte. Im Mittelpunkt der Sendung stand die Frage, welche wirtschaftlichen und energiepolitischen Maßnahmen jetzt notwendig sind, um auf die sich zuspitzenden globalen Krisen zu reagieren.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Diskussion lag auf den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere dem Krieg im Iran und der damit verbundenen Sperrung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Diese gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten für den globalen Öl- und Gastransport. Die aktuellen Entwicklungen haben erhebliche Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte und treiben die Preise für fossile Energieträger weiter in die Höhe.
Kemfert zeichnete in der Sendung ein alarmierendes Bild der Lage. Ihrer Einschätzung nach befindet sich die Welt derzeit in einer tiefgreifenden Energiekrise, die nicht nur durch politische Konflikte, sondern auch durch strukturelle Abhängigkeiten von fossilen Energien verschärft wird. Besonders kritisch sei, dass durch militärische Auseinandersetzungen – etwa Angriffe auf Gasfelder im Iran – die Energieversorgung zusätzlich destabilisiert werde. Dies führe zu drastischen Preissteigerungen, die sowohl Unternehmen als auch private Haushalte stark belasten.
„Aus energiewirtschaftlicher Sicht ist das wirklich eine Katastrophe, was da im Moment stattfindet“, betonte Kemfert eindringlich. Sie machte deutlich, dass die aktuellen Entwicklungen erneut vor Augen führen, wie verwundbar energieabhängige Volkswirtschaften sind, wenn sie stark auf fossile Importe angewiesen bleiben.
Als Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, eine Position, die sie seit April 2004 innehat, plädierte Kemfert zugleich für einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien. Nur durch eine beschleunigte Energiewende könne Deutschland langfristig unabhängiger von geopolitischen Krisen werden, Preisrisiken reduzieren und zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Die Diskussion bei „Markus Lanz“ machte deutlich, dass wirtschaftliche Stabilität, Energiesicherheit und Klimapolitik heute untrennbar miteinander verbunden sind – und dass politisches Handeln zunehmend unter dem Druck globaler Entwicklungen steht.

